Alpenveilchen wieder zum Blühen bringen

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Alpenveilchen

Ich weiß, es gibt schon jede Menge Artikel zur Pflege über Alpenveilchen im Netz und „eigentlich“ reden wir hier ja über Gartenpflanzen und nicht über Zimmerpflanzen, aber da mein Web-Designer Fernando mich um einen Artikel zum Thema gebeten hat und da es ja durchaus auch winterharte Cyclamenarten für den mitteleuropäischen Garten gibt, und nicht zuletzt, weil man einen Artikel ja auch immer noch ein kleines bisschen besser machen kann, kommen hier nun die ultimativen Pflegetipps für Cyclamen persicum – Das Alpenveilchen!

Über die Pflanze

Gattung: Cyclamen
Art: persicum
Familie: Primuláceae
Herkunft: Griechenland, Ägäis,
SW-Asien, Tunesien
Wuchshöhe bis 30cm
Blühzeit: August – April
Wasserbedarf: gleichmäßig feucht halten, nicht von oben gießen, in der Ruhephase trockener halten
Lichtanspruch:  hell, aber absonnig
Standortanspruch/Temperatur:                  Kalthauspflanze; kühl, frostfrei, um die 15°C, im Sommer wärmer und gerne draußen
pH-Wert leicht alkalisch
Kalktoleranz Boden ja, Gießwasser nein
Winterhärte Bedingt
Pflegeanspruch Anspruchsvoll
Schädlinge und Krankheiten Knollenfäule, Botrytis, Dickmaulrüssler, Spinnmilben (zu trocken), Cyclamenmilbe (zu feucht)
Giftigkeit Leicht giftig für Mensch und Tier

Cyclamen persicum – Das Alpenveichen

Das „Zimmeralpenveilchen“  –seit ich im Süden gelebt habe, muss ich über die Bezeichnung „Zimmerpflanze“ immer etwas schmunzeln, denn letztendlich lebt jede Pflanze in ihrem natürlich Habitat (Lebensraum) draußen-  ist eine von 22 Arten der Gattung Cyclamen und gehört zur Gattung der Primelgewächse. Da sich die botanische Nomenklatur (die Systematik zur wissenschaftlichen Bezeichnung und Einordnung der Pflanzen) sehr zum Ärger der Gärtner, ständig ändert, bzw. weiterentwickelt, findest Du zum Teil auch die Bezeichnung Myrsinengewächse (Myrsaceae).
Es gehört zu den knollenbildenden Pflanzen, seine Knolle kannst Du an der Erdoberfläche unter den Blättern verborgen sehen.
Mit seiner schönen Blüte erfreut es uns bis zu 8 Monate am Stück, wird danach jedoch leider oft weggeworfen, obwohl bis zu 20 Jahre alt werden kann.

Die Pflege des Alpenveilchens

Licht und Temperatur

Wenn Du lange Freude an Deiner Pflanze haben möchtest, solltest Du für sie einen hellen nicht zu warmen Standort suchen. Direkte Sonne und die Nähe zur Heizung sind dabei absolut zu meiden. Ideal ist ein Fensterplatz an einem Ostfenster im ungeheizten Schlafzimmer. Die Wohlfühltemperatur Deines Alpenveilchens liegt zwischen 10°C und 20°C.

Wasserversorgung

Das Alpenveilchen möchte während der Blütezeit nie ganz austrocknen – fehlendes Wasser zeigt es Dir mit hängenden Blättern und Blüten. Das steckt es zwar ein bis zweimal ganz gut weg, muss es jedoch öfter durch solche Durststrecken, sieht es zumeist recht schnell schäbig aus, bzw. hört auf weitere Blüten zu bilden.
Allerdings ist zu viel des Guten noch schlimmer: die zarten Blätter, Blüten und die Knolle, faulen sonst sehr leicht weg und die Pflanze stirbt.

Deswegen haben sich zwei Arten der Wassergaben bewährt: entweder gießt Du es über den Untersetzer/Übertopf, indem Du diesen mit etwas zimmerwarmem Wasser befüllst und den Überschuss nach ca.30 min. wegschüttest. Sollte das Wasser schon vorher aufgesaugt worden sein, kannst Du ruhig noch etwas nachfüllen.
Die zweite Methode besteht darin, den Topf kurz komplett einzutauchen, damit er sich vollsaugt. Es ist keinesfalls notwendig zu warten, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Am besten versuchst Du ein Gefühl für das richtige Gewicht des Topfes zu bekommen: nimm den Topf in die Hand, wenn die Pflanze schlappt (hängende Blätter), er ist ganz leicht, wenn er sehr schwer ist und Du beim zusammendrücken Wasser herauswringen kannst, war es definitiv zu nass.
Vermeiden solltest Du bei dieser Methode auch, dass die Knolle unter Wasser gedrückt wird.
Genauso wenig solltest Du von oben auf die Knolle gießen, da dies  Grauschimmel (Botrytis) und Knollenfäule nach sich zieht.

Luftfeuchtigkeit

Alpenveilchen mögen zwar eine gewisse Luftfeuchtigkeit, diese beugt zudem auch Spinnmilbenbefall vor, trotzdem solltest Du vermeiden, sie direkt anzusprühen.

Weitere Pflegemaßnahmen

Um Fäulnisbildung zu  vermeiden, ist es auch wichtig die Pflanze regelmäßig auszuputzen, das heißt, Verblühtes und gelbe bzw. beschädigte Blätter zu entfernen.
Diese werden nicht geschnitten, sondern ganz unten am Stielansatz mir Daumen und Zeigefinger gepackt und vorsichtig herausgedreht. Nur so entfernst Du sie restlos, damit kein Angriffspunkt für Pilzkrankheiten mehr gegeben ist.
Damit Du auch wirklich alle verblühten Blütenständ heraus holst, ist es wichtig den Unterschied zwischen einer Knospe und der Samenkapsel zu kennen. Viele Leute lassen die Samenkapsel, die sich ja nach der Blüte bildet stehen, weil sie denken es handele sich um eine Knospe.

Unterscheidung zwischen Blütenknospe und Samenkapsel

Eine neue Blütenknospe ist immer länglich und spitz und man kann schon die farbigen Blütenblätter herausschauen sehen. Die Samenkapsel hingegen ist kugelrund, natürlich ohne Blütenblätter, denn diese sind bereits abgefallen und der Stängel beginnt, sich nach unten einzurollen, um die Kapsel unter den Blättern zu verstecken, damit sind die reifen Samen später auch direkt in Bodennähe, wo sie keimen und zu einer neuen Pflanze heranwachsen.

Möchtest Du Dein Alpenveilchen vermehren, dann kannst Du sie natürlich belassen und später ernten, andernfalls solltest Du sie entfernen, da die Samenbildung die Pflanze Kraft kostet und zu Lasten der Blütenbildung geht. In der Natur macht dies ja durchaus Sinn: die Pflanze möchte sich fortpflanzen (Achtung Wortspiel!)und ihre Intention ist Samen auszubilden; ist sie einmal in diesem Prozess „braucht“ sie keine neuen Blüten mehr. Mission erfüllt!

Nährstoffversorgung

Während der Blütezeit solltest Du Dein Alpenveilchen alle 2 Wochen mit einem handelsüblichen Flüssigdünger in schwacher Konzentration düngen. Nach der Blüte stellst Du für  die nächsten 2 Monate die Düngergaben ein.

Nach der Blüte

Wenn Dein Alpenveilchen verblüht ist, bzw. die Blätter anfangen zu vergilben(ca. im Juni), der Fachmann sagt, es zieht ein, werden die Wassergaben eingeschränkt und der Topf dann ganz austrocknen gelassen. Das vergilbte Laub kannst Du nun entfernen.

Jetzt wird die Pflanze bis zum Herbst kühl und fast ganz trocken gehalten, Du solltest sie lediglich so viel gießen, dass die Knolle nicht anfängt einzuschrumpfen.
Du kannst sie gerne auch nach draußen in den Schatten stellen oder während des Sommers an eine schattige Stelle in den Garten pflanzen.

Umtopfen

Umgetopft wird etwa alle zwei Jahre, jedoch macht es Sinn, wenn Du im Herbst (auch wenn Du die Topfgröße nicht veränderst) das Substrat austauschst. Dazu holst Du die Pflanze vorsichtig aus dem Topf, oder gräbst sie im Garten wieder aus. Achte jedoch darauf, dass  Du so wenig Wurzeln wie möglich verletzt. Nun wird die alte Erde entfernt, auch evtl. abgestorbene Wurzelteile kannst Du wegschneiden.
Danach setzt Du Deine Pflanze in neue Erde. Ganz wichtig ist, dass Du von der Knolle zwischen 1/3 bis die Hälfte aus der Erde herausschauen lässt. Du kannst normale Blumenerde benutzen, bitte achte aber auf eine gute Qualität, sonst quittiert Dir Dein Cyclamen die Sparsamkeit mit schlechtem Wuchs. Eine gute Wasserdurchlässigkeit ist unerlässlich, diese wird zum Beispiel durch den Zusatz von Perlite erreicht.
Du kannst auch unten in den Topf eine 2-3cm starke Drainageschicht aus Kies oder Blähton einbauen.

Umpflanzen bedeutet immer Stress für das Alpenveilchen, deswegen ist es ratsam diese Arbeit direkt beim Neuaustrieb durchzuführen, damit bis zu erneuten Knospenbildung noch mindestens zwei Wochen Zeit bleiben, in denen sich die Pflanze erholen kann.

Dein Alpenveilchen erneut zum Blühen bringen

Von nun an kannst Du Dein Cyclamen wieder so pflegen, wie eingangs beschrieben, dann sollte einer erneuten Blütenpracht nichts mehr im Wege stehen.

Alpenveilchen vermehren:

Blüten selbstbestäuben

Wenn Du möchtest, kannst Du Dein Alpenveilchen mit einem kleinen Experiment selbst vermehren. Hierzu hältst Du den Daumennagel unter eine Blüte, die sich voll entfaltet hat. Mit einem Finger der anderen Hand klopfst Du leicht von oben auf den Blütenstiel. Die Pollen lösen sich und landen auf dem Daumennagel. Nun tunkst Du eine andere Blüte, die ebenfalls voll aufgeblüht ist in die Pollen. Die so bestäubte Blüte verblüht und der Fruchtknoten schwillt an um die spätere Samenkapsel auszubilden, der Blütenstiel rollt sich nach unten ein und versteckt sich unter den Blättern, damit ist er, wenn er den Samen entlässt, schon ganz dicht an der Erde. Wenn dann die reife Frucht aufplatzt , kannst Du die kleinen Samenkörner ernten.
 Diese legst Du nun in Blumenerde und deckst sie mit einer 0,5 Zentimeter starken Schicht Erde ab. Dann stellst Du das Gefäß dunkel und warm au, denn Alpenveilchen sind „Dunkelkeimer“. Nach etwa vier bis sechs Wochen ist die Saat gekeimt. Bis zur Blüte vergehen allerdings mindestens 31 Wochen.“

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Da dieser Artikel nun doch länger geworden ist als gedacht, werde ich das nächste mal über die, für den Garten geeigneten Cyclamenarten berichten.
Freu Dich schon darauf!

Ich wünsche Dir allzeit lachende Alpenveilchen!

Wenn Dir dieser Artikel gefallen hat, dann würde ich mich über einen Kommentar freuen.

Mowl

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